Welcher Mais für Popcorn?

Selbst wenn im herkömmlichen Kino noch keine Filme gezeigt werden, die die Geruchsnerven ansprechen, verbinden die meisten Menschen mit dem Kinobesuch einen ganz bestimmten Duft. Allerdings hat dieser Geruch nichts mit der Handlung des Films zu tun, sondern er entsteht, wenn sich der Kinobesitzer seiner zweiten Einkommensquelle besinnt und die Popcornmaschine anwirft.

Dann durchströmt das Aroma des frisch hergestellten Mais-Snacks den Kinosaal und mindestens jeder zweite Kinobesucher erwirbt eine Tüte Popcorn. Möchten Sie zu Hause beim Filme- oder beim Fußballabend den gleichen leckeren Snack zaubern, müssen Sie einiges beachten.

Denn Mais ist nicht gleich Popcornmais. Popcorn wird nicht mit jeder Maissorte gelingen und auch die alternativen Getreidearten erreichen oft nicht das gewünschte Ergebnis.

Popcornmais

Popcornmais

Wer glaubt, er könne sich vom nächsten Feld einen Maiskolben stibitzen und anschließend die einzelnen Körner zum Aufpuffen bringen, der irrt sich.

Mais, der popcorntauglich ist, heißt Puffmais. Seine Körner besitzen eine besonders harte Schale. Außerdem explodiert Puffmais nur dann, wenn die Körner gut getrocknet sind.

Das Prinzip des Aufpuffens ist ganz einfach:

  • Im Inneren der trockenen Puffmaiskörner befindet sich ein kleiner Wasserspeicher.
  • Durch das Erhitzen der Körner auf knappe 200 Grad Celsius dehnt sich dieses Wasser aus und erreicht ein Vielfaches seines Volumens.
  • Da die Maiskornschale jedoch recht hart ist, versucht sie, das Korn, solange wie möglich, zusammenzuhalten und es baut sich ein großer Druck auf.
  • Schließlich ist auch die härteste Schale nicht mehr stark genug und der Druck lässt das Maiskorn explodieren.
  • Dadurch kann der Wasserdampf entweichen und die im Mais enthaltene Stärke dehnt sich blitzschnell aus und kühlt ebenso schnell auch wieder ab. Popcorn ist fertig.

Bei einem qualitativ hochwertigen Popcornmais ist das Endvolumen 45 mal so groß, wie das Ausgangsvolumen. Das heißt, wer eine Handvoll trockener Puffmaiskörner aufpoppt, erhält 45 Handvoll Popcorn.

  1. Außerdem sollten die Maiskörner so groß sein, dass für 10 Gramm Puffmais weniger als 75 Körner benötigt werden.
  2. Der Flüssigkeitsgehalt eines Qualitäts-Puffmaiskornes sollte circa 15 Prozent betragen.
  3. Und weil gerade im Mais häufig unerwünschte Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten sind, sollte er aus biologischem Anbau stammen.

Auch mit dem Problem Genmais sollte sich der passionierte Popcornverzehrer beschäftigen. Denn nicht alles, was aus den Vereinigten Staaten kommt, ist unweigerlich gut. In USA und Kanada wird Genmais angebaut, in Deutschland ist die Genmanipulation jedoch umstritten.

Wer auf der Popcornmais-Verpackung genau nachliest, bleibt von diesem Mais verschont. Achten Sie beim Maiskauf darauf, dass er biologisch angebaut wurde, und meiden Sie fertiges Popcorn, das nicht in Deutschland mit Bio-Puffmais hergestellt wurde.

Popcorn selber machen

Frischer Mais oder Dosenmais für Popcorn?

Da Sie nun wissen, wie das Aufpoppen von Popcornmais funktioniert, ist es fast offensichtlich, warum sich frischer Mais oder gar Dosenmais nur sehr schlecht oder gar nicht zu Popcorn verarbeiten lässt.

  • Sowohl der frische, wie auch der Dosenmais haben im Gegensatz zu Puffmais, keine harte, trockene Schale.
  • Beim Erhitzen der Maiskörner kann das Wasser aus dem Korninneren ungehindert durch die weiche Schale nach außen entweichen.
  • So wird kein Druck im Maiskorn aufgebaut und deswegen explodiert es nicht.

Wer frischen Mais oder Dosenmais auf 200 Grad Celsius erhitzt, um den Maissnack selbst herzustellen, erntet nur verbrannten Mais!

Alternative: Amaranth Popcorn

Einige Popcornliebhaber, die sich vegan ernähren oder ausgiebig mit der gesunden Ernährung befassen, haben festgestellt, dass es weitere Getreidesorten gibt, die wesentlich mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten, als Mais und sich ebenfalls aufpufen lassen. Zu diesen Getreidearten zählt Amaranth.

Amaranth ist einsehr proteinreiches Getreide, das schon bei den Inkas bekannt und beliebt war. Es ist reich an Kalzium, Magnesium und Eisen und enthält außerdem wertvolle Fettsäuren.

  1. Damit Sie Amaranthkörner, die viel kleiner als Maiskörner sind, zum Aufpuffen bringen, müssen sie zunächst getrocknet werden.
  2. Von den trockenen Amaranthkörnern geben Sie nicht mehr als einen Teelöffel voll in einen großen Topf auf dessen Boden Sie reines Pflanzenöl stark erhitzt haben.
  3. Schließen Sie den Topf und lassen Sie die Amaranthkörner aufpoppen.
  4. Anschließend nehmen Sie den Amaranth Snack und die nicht aufgeplatzten Körner sofort aus dem Topf und wiederholen den Vorgang mit dem nächsten Teelöffel getrockneter Amaranthkörner.

Weil sich das gesunde Pseudogetreide der Inkas und Azteken nicht ganz so gut aufpoppen lässt, wie Puffmais, wird ihre Ausbeute um einiges geringer ausfallen, denn es bleiben mehr Körner geschlossen und verbrennen.

Dennoch ist Amaranth Popcorn eine beliebte und besonders eine gesunde Alternative zum Maissnack.

Alternative: Quinoa Popcorn

Ebenso wie Mais und Amaranth stammt Quinoa ursprünglich aus Südamerika und war bereits bei den Inkas begehrt. Die Samenkörner, die entweder wie Getreide verwendet oder aufgepufft zu Quinoa Popcorn verarbeitet werden, sind wesentlich kleiner als Puffmaiskörner.

Auch Quinoa ist glutenfrei und kann, wenn es richtig gelagert und mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (siehe Ist Popcorn glutenfrei?) verarbeitet wurde, vom Zöliakier verzehrt werden. Besonders Veganer und Vegetarier lieben das Inka-Getreide, weil es alle essenziellen Aminosäuren enthält.

  • Kaufen Sie Quinoa, ebenso wie Puffmais, nicht im Supermarkt, sondern erwerben Sie biologische Samenkörner im Bioladen.
  • Vor der Zubereitung müssen Sie die Samenkörner gut mit Wasser abspülen, um die bittere Saponinschicht, die sich auf jedem einzelnen Korn befindet, abzuwaschen.
  • Anschließend legen Sie die Quinoakörner auf einem Backblech aus und trocknen Sie bei niedriger Temperatur und offener Türe im Backofen.
  • Erhitzen Sie dann etwas reines Pflanzenöl in einem großen Topf und geben Sie so viel der trockenen Quinoakörner hinein, dass der Boden bedeckt ist.
  • Zum Schluss schließen Sie den Topf mit einem Deckel gut ab.
  • Wenn aus dem Topf keine Ploppgeräusche mehr zu hören sind, ist Ihr Quinoa Snack verzehrfertig.